"Wir möchten die Kulturelle Bildung an den bayerischen Schulen weiter ausbauen"
Bayerischer Kultusminister Piazolo zum Start des Pilotprojektes "Kulturschulen"

„Ich freue mich, dass ab dem neuen Schuljahr neun bayerische Schulen in der Schulentwicklung verstärkt Akzente auf die Kulturelle Bildung setzen und so ihr Schulprofil in diesem Bereich weiter ausbauen“, betonte Kultusminister Piazolo Mitte September in München. Für die Teilnahme am Pilotprojekt wurden aus Bayern vier Mittelschulen, drei Förderschulen, eine Realschule und ein Gymnasium ausgewählt, informierte das Kultusministerium weiter in einer Pressemitteilung. Es handele sich um Schulen, die schon in den vergangenen Jahren besonders engagiert an verschiedenen Programmen und Projekten zur künstlerisch-kreativen Bildung teilgenommen hätten und für die diese zentraler Bestandteil des Schullebens sei. Ihre Erfahrungen würden die Schulen in einem Arbeitskreis am Institut für Schulqualität und Bildungsforschung (ISB) einbringen und dabei Leitlinien zur Verankerung kultureller Bildung im Schulsystem sowie Beispiele guter Praxis für ein Onlineportal entwickeln.

Das gemeinsame Ziel: Kreatives Potenzial von Kindern und Jugendlichen entwickeln

Die Initiative „Kulturschulen“ wird von der Stiftung Mercator im Rahmen des Programms „Kreativpotentiale“ gefördert: „Wir haben das gemeinsame Ziel, über Fächergrenzen hinweg das kreative Potenzial von Kindern und Jugendlichen zu nutzen und zu entwickeln. Wir wollen auch über den Musik- und Kunstunterricht hinaus Lehr- und Lernmethoden etablieren, die Kreativität und sinnliche Erfahrung ermöglichen“, so Winfried Kneip, Geschäftsführer der Stiftung Mercator. „Wir sind froh, Bayern als mittlerweile zwölftes Bundesland bei der nachhaltigen Etablierung der Kulturellen Bildung unterstützen zu können.“ Der Bayerische Landtag hatte Kulturelle Bildung bereits 2010 als gleichwertig neben der schriftsprachlichen, mathematischen und naturwissenschaftlichen Bildung anerkannt: „Kulturelle Bildung leistet einen entscheidenden Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung. Deswegen möchten wir sie an den bayerischen Schulen weiter ausbauen“ so Piazolo.

Das gemeinsam mit der Stiftung Mercator durchgeführte Projekt bietet nach Angaben des bayerischen Kultusministeriums hierfür einen sinnvollen Ansatz, da die neuen Kulturschulen auf ihre bisherigen Projekterfahrungen zurückgreifen können und dabei gleichzeitig ihr individuelles Profil weiterentwickeln. Zudem gingen sie gezielt Kooperationen mit externen Kulturschaffenden ein und integrierten möglichst viele Mitglieder der Schulfamilie in den Gestaltungsprozess. Nach der dreijährigen Projektphase könnten die Schulen das offizielle Zertifikat „Kulturschule in Bayern“ erwerben. Ziel sei es, Vorbild für potenzielle neue Kulturschulen zu sein und diese mit den in der Pilotphase aufgebauten Strukturen zu unterstützen.

Über die Stiftung Mercator

Die Stiftung Mercator mit Sitz in Essen ist eine private, unabhängige Stiftung. Sie strebt, wie das Ministerium weiter schreibt, mit ihrer Arbeit eine Gesellschaft an, die sich durch Weltoffenheit, Solidarität und Chancengleichheit auszeichnet. Dabei konzentriere sie sich darauf, Europa zu stärken, den Bildungserfolg benachteiligter Kinder und Jugendlicher insbesondere mit Migrationshintergrund zu erhöhen, Qualität und Wirkung kultureller Bildung zu verbessern, Klimaschutz voranzutreiben und Wissenschaft zu fördern. Die Stiftung Mercator stehe für die Verbindung von wissenschaftlicher Expertise und praktischer Projekterfahrung.