Nicht alleine bleiben – Niedersachsen stärkt Kampf gegen Mobbing
„Mobbing und Cybermobbing dürfen in der Schule keinen Platz haben. In keiner Schule!", fordert Friedo de Vries, Präsident des Landeskriminalamtes Niedersachsen

 

Um Pädagogen und Polizei beim Einsatz gegen Mobbing und Cybermobbing – dem Mobbing über digitale Kanäle – zu unterstützen, fand am 18. September 2019 der Fachtag „Mobbing/Cybermobbing“ in Hannover statt. „Mobbing und Cybermobbing dürfen in der Schule keinen Platz haben. In keiner Schule!", forderte Friedo de Vries, Präsident des Landeskriminalamtes Niedersachsen, bei der Eröffnung.

Die beginnende Feriensaison wurde dieses Jahr überschattet durch die erschütternde Nachricht über einen 15-jährigen Jungen, der sich nach langer Zeit des Mobbings das Leben nahm. Bei diesem wie bei allen Mobbing-Fällen war vielerorts zu lesen, dass die Tragödie hätte verhindert werden können. Das schreibt sich leicht, aber in der konkreten Situation etwas zu unternehmen, wirklich nachhaltig zu helfen, ist gar nicht so einfach.

Der gemeinsam von Niedersächsischer Landesschulbehörde, dem Landeskriminalamt und dem Kompetenzzentrum für Lehrerfortbildung in Hannover (uniplus) organisierte Fachtag „Mobbing/Cybermobbing: Demütigend, verletzend, entwürdigend…“ bot Vorträge und Workshops zum Themenfeld, neben Mobbing und Cybermobbing auch zu Varianten des Problems wie Sexting, religiösem oder geschlechtsbezogenem Mobbing. Gerade Cybermobbing stellt in Zeiten allgegenwärtiger Smartphones zunehmend ein Problem dar. In der Altersgruppe der 12- bis 19-Jährigen geben 37 % an, dass im Bekanntenkreis schon einmal jemand im Internet oder per Handy „fertig gemacht“ wurde.

Auch das bewährte Landesprogramm „Mobbing-Interventions-Team in der Schule“, das inzwischen an mehr als 500 Schulen in Niedersachsen zu finden ist, soll im kommenden Jahr speziell zum Thema Cybermobbing weiterentwickelt werden.

„Cybermobbing ist nicht nur feige, sondern auch mit Blick auf die Folgen nicht hinzunehmen. Wir müssen sensibel sein für die Gefahren und das Leid im Zusammenhang mit Mobbing. Um Opfer zu schützen und Täter zu stoppen. Unsere heutige Fachtagung zeigt die enge Kooperation zwischen der Landesschulbehörde und dem LKA und ist Ausdruck unseres gemeinsamen Vorgehens in der Sache. Auch mit Blick auf ein großes Dunkelfeld teilen wir unsere Expertise und bündeln unsere Anstrengungen im Kampf gegen Cybermobbing“, so LKA-Präsident Friedo de Vries.

Bereits im vergangenen Jahr trafen sich Landessozialministerin Reimann und Bundesfamilienministerin Giffey in Hannover zum Auftakt des Bundesprogramms „Respekt Coaches/Anti-Mobbing-Profis“. Das Bundesprogramm widmet sich schwerpunktmäßig religiösem und rassistischen Mobbing, die Respekt Coaches des Bundes verstehen sich als eine Ergänzung zu den landes- und kommunalpolitischen Maßnahmen für Jugend- und Schulsozialarbeit.

Du bist selbst Opfer von Mobbing oder kennst jemanden, der Hilfe braucht? Die gibt es!

www.telefonseelsorge.de

www.fachforum-mobbing.de/regionale-hilfe-in-deutschland/