Niedersachsen: Schule kann einen großen Beitrag zur Berufsorientierung leisten
Fachberatertag von der IHK Lüneburg-Wolfsburg gemeinsam mit der Landesschulbehörde

Die Schule kann einen großen Beitrag dazu leisten, dass Schülerinnen und Schüler einen Beruf finden, der ihren Interessen, Potenzialen und Fähigkeiten entspricht und der auf lange Sicht Freude bereitet. Eine breitgefächerte berufliche Orientierung leistet wertvolle Hilfestellung, dass jede Schülerin und jeder Schüler die für sich individuell richtige Berufswahlentscheidung treffen kann, heißt es in einer Pressemitteilung des niedersächsischen Kultusministeriums.

Anlässlich der Fachtagung der niedersächsischen Fachberater Berufsorientierung, die Anfang September 2019 von der IHK Lüneburg-Wolfsburg gemeinsam mit der Landesschulbehörde veranstaltet wurde, betonte die Staatssekretärin im Niedersächsischen Kultusministerium, Gaby Willamowius: „Die Vielfalt an Möglichkeiten dualer und schulischer Ausbildung beziehungsweise an unterschiedlichen Studiengängen ist kaum zu überblicken. Umso wichtiger ist es, die eigenen Kompetenzen und Potenziale zu kennen und darüber zu einer fundierten Berufswahlentscheidung zu gelangen. Um die Berufliche Orientierung in Zukunft noch breiter aufzustellen und weiterzuentwickeln, erarbeitet das Niedersächsische Kultusministerium aktuell weitere Maßnahmen, um neue Impulse zu setzen, gute Beispiele zu präsentieren und den Schülerinnen und Schülern eine noch bessere Orientierungshilfe zu bieten.“

Verstärkte Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern geplant

Zu den „big points“ zählt nach Angaben des Ministeriums unter anderem die verstärkte Zusammenarbeit zwischen einzelnen Kooperationspartnern. Nur durch zielgerichtete Kooperationen könnten den Schüler passgenaue Informationsangebote unterbreitet und eine entsprechende pädagogische Unterstützung gewährleistet werden. Darüber hinaus werde ein breites Fortbildungsangebot für Lehrkräfte entwickelt, das Themen wie Digitalisierung, Industrie 4.0, Duale Ausbildungssysteme usw. umfasse. So könne gewährleistet werden, dass im Schulunterricht breitgefächert auf die aktuellen Anforderungen eingegangen werde. Ein weiterer wesentlicher Punkt seien die Bemühungen, eine klischeefreie berufliche Orientierung zu gewährleisten, um tradierte Zuschreibungen hinsichtlich der Geschlechterrollen zu durchbrechen. Ziel sei es, den Austausch und die Weiterentwicklung einer geschlechtergerechten Beruflichen Orientierung in Niedersachsen zu unterstützen, wird weiter mitgeteilt.

Berufsorientierung ist eine gesamtschulische Aufgabe

Bereits im vergangenen Jahr habe das Niedersächsische Kultusministerium zur Weiterentwicklung der Beruflichen Orientierung den neuen Erlass zur Beruflichen Orientierung auf den Weg gebracht, wodurch diese mittel- bis langfristig zukunftsfest gestaltet worden sei. Eine wesentliche Komponente des Erlasses sei es, dass die Berufliche Orientierung an allen Schulformen zur gesamtschulischen Aufgabe qualifiziert wurde. Der Erlass sehe unter anderem mindestens 25 Praxistage an Gymnasien und Integrierten Gesamtschulen vor. Ein weiteres zentrales Element sei zudem die flächendeckende Einführung eines Kompetenzfeststellungsverfahrens für alle Schülerinnen und Schüler. Hier erhielten die Schüler Hinweise auf ihre besonderen Stärken und Interessen, aber auch auf ihre Entwicklungspotenziale.