Roboter-Wettbewerb zeigt Wirkung
WRO begeistert Kinder und Jugendliche für Naturwissenschaft und Technik

 

Die World Robot Olympiad ist ein internationaler Roboter-Wettbewerb für Kinder und Jugendliche im Alter von sechs bis 19 Jahren. Sein Ziel ist es, junge Leute für Naturwissenschaft und Technik zu begeistern. Außerdem will der Wettbewerb Kompetenzen fördern, die in einer von Digitalisierung, Automatisierung und Globalisierung geprägten Welt nötig sind. Erreicht der Wettbewerb seine Ziele? Ja, sagen Professor Martin Hennecke und Doktorand Nicolai Pöhner, beide Informatik-Didaktiker von der Julius-Maximilians-Universität (JMU) Würzburg. Sie haben die Wirkung der World Robot Olympiad in der Saison 2019 in einer Evaluationsstudie untersucht.

In der Studie wurden die Coaches der Zweier- und Dreier-Teams zur Kompetenzentwicklung der Kinder und Jugendlichen befragt. Auch ehemalige Teilnehmer*innen des Roboter-Wettbewerbs wurden gefragt, wie sie den Einfluss der World Robot Olympiad auf ihre Studien- und Berufswahl einschätzen.

Hard- und Softskills werden gefördert

Die Ergebnisse fielen positiv aus. Der Wettbewerb fördert nicht nur die Hardskills der Teilnehmenden, also die Fähigkeiten im Bauen und Programmieren von LEGO-Robotern. Er kommt auch den Softskills zugute, steigert somit die Teamwork- und Kommunikationsfähigkeit ebenso wie die Fähigkeit, Probleme zu lösen.


Zudem zeigt die Befragung der ehemaligen Teilnehmer*innen, dass der Roboter-Wettbewerb einen positiven Einfluss auf das Selbstkonzept, also auf die eigene Einschätzung über persönliche Eigenschaften und Fähigkeiten, und auf das Interesse bezüglich Informatik und Technik hat. Beide Faktoren gelten in der Berufspsychologie als wichtige Indikatoren für die spätere Studien- und Berufswahl der Kinder und Jugendlichen.

Die Ergebnisse der Studie werden in wissenschaftlichen Publikationen veröffentlicht. Sie sind auch auf der Webseite der World Robot Olympiad einsehbar: www.tb-ev.de/wirkung. Finanziell unterstützt wurde die Studie von der Dr. Hans-Riegel-Stiftung.

Mehr fachdidaktische Forschung im außerschulischen MINT-Bereich nötig

Die Evaluationsstudie bildet lediglich ein kleines Puzzleteil in der Erforschung der Wirkung außerschulischer Lernangebote im informatisch-technischen Bereich. Professor Hennecke betont dennoch die Bedeutung solcher Studien: „Anstatt neue Projekte zu entwickeln, sollten zuerst die bestehenden außerschulischen Angebote im MINT-Bereich auf ihre Wirkung hin analysiert werden.“

Mit den Ergebnissen könne man erfolgreiche Projekte gegebenenfalls weiter ausbauen und so den MINT-Nachwuchs fördern und dem Fachkräftemangel entgegenwirken. Dieses Ziel verfolgt auch die JMU-Professur für Didaktik der Informatik.

Originalpublikation: Über die Studienergebnisse wurde unter anderem hier berichtet: Pöhner, N., Hennecke, M. (2019): Educating Future Scientists, Engineers, Makers and Inventors: Influence of Students' Participation in Educational Robotics Competitions on their Career Choices in Science, Technology, Engineering and Mathematics (STEM). In: Ihantola, P., Falker, N. (Hrsg.). Proceedings of the 19th Koli Calling International Conference on Computing Education Research. New York: ACM. DOI: 10.1145/3364510.3366151

null Präsentation der Studienergebnisse im Dortmunder Rathaus (v.l.n.r.): Prof. Dr. Martin Hennecke (Universität Würzburg), Lukas Plümper (TECHNIK BEGEISTERT e.V.), Nicolai Pöhner (Universität Würzburg), Markus Fleige (TECHNIK BEGEISTERT e.V.), Peter Laffin (Dr. Hans Riegel-Stiftung). Quelle: Technik begeistert e.V.