Scouting-Programm holt umworbene Wissenschaftler nach Deutschland
Neues Henriette Herz-Scouting-Programm ermöglicht Rekrutierung für das Stipendienprogramm der Humboldt-Stiftung

Was in der Wirtschaft oder im Sport lange üblich ist, wird auch in der Wissenschaft immer wichtiger: Das Scouting von genau zu einem gesuchten Profil passenden Personen, erklärt die Alexander von Humboldt-Stiftung gegenüber der Presse. Mit dem Henriette Herz-Scouting-Programm eröffnet die Stiftung deshalb einen alternativen, direkten Zugang zum renommierten Humboldt-Forschungsstipendium. Es soll ein Modell für die direkte Rekrutierung von Talenten für den Forschungsstandort Deutschland sein.

Jährlich ermöglicht die Humboldt-Stiftung über 2.000 Forschenden aus aller Welt einen wissenschaftlichen Aufenthalt in Deutschland, heißt es weiter. Die Stiftung pflegt ein Netzwerk von weltweit mehr als 30.000 Humboldtianerinnen und Humboldtianern aller Fachgebiete in über 140 Ländern – unter ihnen 55 Nobelpreisträger.

Besondere Forschungstalente werden angesprochen

Ab sofort können sich erfolgreiche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Deutschland im Rahmen des neuen Henriette Herz-Scouting-Programms der Alexander von Humboldt-Stiftung um die Position eines Scouts bewerben. Als Humboldt-Scouts können sie bis zu drei internationale Wunschkooperationspartner direkt mit einem Humboldt-Forschungsstipendium für eine Zusammenarbeit nach Deutschland holen.

So sollen stark umworbene, beispielsweise auf besonders nachgefragten Fachgebieten tätige Forschende gewonnen werden. Gleichzeitig soll der Anteil der im Humboldt-Forschungsstipendienprogramm geförderten Frauen erhöht werden. Denn das erste der jeweils drei Stipendien soll an eine Wissenschaftlerin gehen.

Neben bereits erfahrenen und mit der Humboldt-Stiftung eng verbundenen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sollen mit diesem neuen Instrument auch jüngere Forschende als Gastgeber von Humboldt-Stipendiaten gewonnen werden, die bislang nicht oder wenig im Humboldt-Netzwerk aktiv waren.

Das Henriette Herz-Scouting-Programm und der Henriette Herz-Preis werden vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert. 

Herz richtete Gesprächskreise zu wissenschaftlichen Themen aus

Henriette Julie Herz, nach der das Programm benannt ist, lebte von 1764 bis 1847. Die Berlinerin war Schriftstellerin und Veranstalterin des ersten literarischen Salons in Berlin. Sie richtete gemeinsam mit ihrem Mann Gesprächskreise zu wissenschaftlichen und philosophischen Themen aus. Die Teilnehmer, darunter auch die Brüder von Humboldt, kamen aus unterschiedlichen Gesellschaftsschichten. Henriette Herz steht für die Themen Emanzipation, Vernetzung und Austausch sowie die Förderung von Talenten.