Seltene Berufe: Kein Bock auf normal? Herzlich willkommen! (Teil 1)
Bürokaufmann oder Mechatroniker, das kennen alle. Aber schon mal vom Wachszieher gehört, vom Lederhersteller oder Stuckateur?

 

Alte Berufe - Teil 1

(ps) Auf der Suche nach Ausbildungsplätzen wird gerne auf Rankings und Top-X-Listen geschaut, oder man such nach den Berufen, die man schon kennt. Oft lohnt sich aber der Blick auf unbekannte und seltene Berufe: hier warten spannende Tätigkeiten, ungewöhnliche Arbeitsfelder und ganz neue Möglichkeiten.

Fachkraft für Lederherstellung und Gerbereitechnik

Wahrscheinlich kennt man den Beruf eher als Straßennamen: Gerbergassen, Gerberstraßen und -wege gibt es von Basel bis Niebüll. Historisch ist der Gerber ein sehr alter, häufiger und wichtiger Beruf. Leder, ja nichts anderes als gegerbte Tierhaut, wurde und wird für alles mögliche im Leben gebraucht: Schuhe, Hosen, Gürtel, Westen, Jacken, früher oft auch Hüte und Kappen, für Sessel und Sofas, Sättel und Schürzen, Fußbälle, Autositze, Würfelbecher, Handtaschen und und und.

Die Ausbildung zur Fachkraft für Lederherstellung und Gerbereitechnik gibt es im industriellen und im handwerklichen Bereich. Dabei liegt der Schwerpunkt im industriellen Bereich eher auf der Herstellung bzw. Gerberei selbst, im handwerklichen Bereich eher auf der Weiterverarbeitung und Veredlung. Hier gibt es auch Überschneidungen mit der Modebranche, etwa bei Gürtel- oder Handtaschenmanufakturen.

Für diese duale Berufsausbildung wird mindestens ein guter Hauptschulabschluss empfohlen. Bei guten Noten kann die Ausbildungszeit von drei auf zweieinhalb oder zwei Jahre verkürzt werden. Gerade im industriellen Bereich ist ein Verständnis für Chemie und Mathematik wichtig, und überall handwerkliches Geschick.

Weiterführende Informationen:

https://www.ausbildung.de/berufe/fachkraft-fuer-lederherstellung-und-gerbereitechnik/

https://berufenet.arbeitsagentur.de/berufenet/bkb/126792.pdf

 

Stuckateur (Stukkateur)

Wer schon mal durch eine alte Innenstadt spaziert ist, ein Schloss oder eine Kirche gesehen hat, der wird auch seine Arbeit kennen: die des Stuckateurs. Vielleicht schon mal gehört hat man das Wort „Stuck“ für die Verzierungen aus Gips an den Decken alter Wohnungen. Der traditionelle Stuckateur war also geradezu ein Künstler. 

Heute unterteilt sich der Beruf in zwei Zweige: den künstlerischen Zweig, in dem es um Restaurierung und Gestaltung von historischen Fassaden und Innenräumen geht, etwa bei der Denkmalpflege, bei Kirchenbauämtern oder allgemein bei Restaurierungswerkstätten. Daneben gibt es die Arbeit am modernen Bau: in diesem Zweig geht es um das Gestalten und Verputzen von Fassaden und Innenräumen bei Neubauten oder Modernisierungen.

Für diese duale Berufsausbildung wird mindestens ein guter Hauptschulabschluss empfohlen. Bei guten Noten kann die Ausbildungszeit von drei auf zweieinhalb oder zwei Jahre verkürzt werden. Technisches und handwerkliches Verständnis sind in diesem Beruf ebenso gefragt wie Feingefühl und Genauigkeit.

Weiterführende Informationen:

https://www.ausbildung.de/berufe/stuckateur/

https://berufenet.arbeitsagentur.de/berufenet/bkb/4248.pdf (Stuckateur)

https://berufenet.arbeitsagentur.de/berufenet/bkb/14295.pdf (Stuckateur für Restaurierungsarbeiten)