Seltene Berufe: Kein Bock auf normal? Herzlich willkommen! (Teil 2)
Wie wäre es mit einer Ausbildung zum Wachszieher*in oder Holzspielzeugmacher*in?

 

(ps) Bürokaufmann oder Mechatroniker, das kennen alle. Aber schon mal vom Wachszieher gehört, vom Lederhersteller oder Stuckateur?

Auf der Suche nach Ausbildungsplätzen wird gerne auf Rankings und Top-X-Listen geschaut, oder man sucht nach den Berufen, die man schon kennt. Oft lohnt sich aber der Blick auf unbekannte und seltene Berufe: hier warten spannende Tätigkeiten, ungewöhnliche Arbeitsfelder und ganz neue Möglichkeiten. 

Wachszieher*in für Kerzenherstellung

Ja wirklich, das ist noch ein Beruf! In unserer industrialisierten und digitalisierten Zeit mag man es im ersten Moment kaum glauben, aber auch Kerzen wollen schließlich hergestellt werden. Allerdings ist – wie überall – nur noch ein Teil des Berufes so nostalgisch, wie er klingt.

Die Ausbildung zur Wachszieher*in gibt es im industriellen und im handwerklichen Bereich. Dabei liegt der Schwerpunkt im industriellen Bereich eher auf der Arbeit mit technischen Geräten und Anlagen. Hier werden Rohstoffe zu Wachsrezepturen gemischt, Zug- und Tauchmaschinen bedient und überwacht, Rohlinge weiterverarbeitet und veredelt, gefräst und und und.

Im handwerklichen Bereich liegt der Schwerpunkt auf dem händischen ziehen, gießen oder sonstigem Herstellen von Kerzen, sowie deren Gestaltung und Veredlung beispielsweise mit farbigen Wachsen oder Lacken. Auch das Anfertigen figürlicher Objekte und dreidimensionaler Oberflächenverzierungen erfordert kunsthandwerkliches Geschick und kreatives Denken.

Für diese duale Berufsausbildung wird mindestens ein guter bis sehr guter Hauptschulabschluss empfohlen.

Weiterführende Informationen:

https://handwerk.de/berufsprofile/wachszieher-in

https://berufenet.arbeitsagentur.de/berufenet/archiv/1162.pdf

https://berufenet.arbeitsagentur.de/berufenet/archiv/1159.pdf

 

Holzspielzeugmacher*in

Lange vor LEGO, Playstation & Co., lange bevor man Geschichte überhaupt aufgeschrieben hat, gab es schon Spielzeug. Die ältesten erhaltenen Spielzeuge überhaupt sind kleine Puppen aus Ton aus der Steinzeit. Holzspielzeug hält naturgemäß nicht ganz so lange, dürfte aber geschichtlich nur wenig jünger sein. Schon im antiken Ägypten gab es hölzerne Löwen und Krokodile, die bewegliche Unterkiefer hatten. Der Holzspielzeugmacher steht also in einer langen und ehrenwerten Tradition.

Die Ausbildung zur Holzspielzeugmacher*in erfordert handwerkliche und künstlerische Fähigkeiten. In der Ausbildung wird sowohl Wissen über Holzarten und -eigenschaften vermittelt, wie auch über Technik und Gestaltung. Entwurf, Anfertigung und Verzierung von Holzspielzeug kommt hier aus einer Hand.

Für diese duale Berufsausbildung wird mindestens ein guter bis sehr guter Hauptschulabschluss empfohlen.

Weiterführende Informationen:

https://handwerk.de/berufsprofile/holzspielzeugmacher-in

https://berufenet.arbeitsagentur.de/berufenet/bkb/1566.pdf