Seltene Berufe: Kein Bock auf normal? Herzlich willkommen! (Teil 3)
Oft lohnt sich der Blick auf eher unbekannte Berufe: Schon mal vom Glasbläser oder Buchbinder gehört?

 

(ps) Auf der Suche nach Ausbildungsplätzen wird gerne auf Rankings und Top-X-Listen geschaut, oder man sucht nach den Berufen, die man schon kennt. Oft lohnt sich aber der Blick auf unbekannte und seltene Berufe: hier warten spannende Tätigkeiten, ungewöhnliche Arbeitsfelder und ganz neue Möglichkeiten.

Glasbläser*in und Glasmacher*in

Der älteste erhaltene und datierbare Glaskelch der Welt steht in einem Münchener Museum und geht zurück auf das Jahr 1450 v. Chr. Er gehörte einem ägyptischen Pharao. Glasschmuck aus Perlen, Amulette und ähnliches findet sich noch viel früher. In der Antike entstehen kunstvollste Objekte aus Glas, und auch später werden in diesem Handwerk immer wieder Spitzenleistungen vollbracht.

Das berühmte Murano-Glas stammt seit 1295 von der gleichnamigen venezianischen Insel – und den Glasbläsern war es unter Androhung der Todesstrafe untersagt, die Geheimnisse der Glasbläserkunst an Außenstehende weiterzugeben. 

Im 18. Jahrhundert kann sich Böhmen als neues Zentrum der Glaskunst etablieren. Hier werden Glasrezepturen entwickelt, um das Glas gut schleifen und schneiden zu können. Kunstvolle Bilder und Muster kommen auf das Glas, und Schliffe so funkelnd fast wie Diamanten.

Die Ausbildung zur Glasbläser*in oder Glasmacher*in erfordert handwerkliche und künstlerische Fähigkeiten. 

Wie bei vielen alten Berufen sind die Arbeitsfelder breit gefächert und reichen vom traditionellen Kunsthandwerk bis zur industriellen Produktion. Grundsätzlich ist der Glasbläser eher künstlerisch tätig, der Glasmacher eher in der technischen Produktion zu finden.

Für diese duale Berufsausbildung wird mindestens ein guter Hauptschulabschluss empfohlen.

Weiterführende Informationen:

https://www.youtube.com/watch?v=fh01GCPfKDA (Berufsportrait Industrie vom Bayerischen Rundfunk)

https://berufenet.arbeitsagentur.de/berufenet/bkb/1048.pdf (Glasmacher*in)

https://berufenet.arbeitsagentur.de/berufenet/bkb/1091.pdf (Glasbläser*in)

 

Buchbinder*in

Zur Geschichte des Buches fällt den meisten Leuten hauptsächlich Gutenberg und seine Erfindung des Buchdrucks ein. Aber anders als der Name vielleicht andeutet, ist mit Buchdruck nur der schiere Druck der Texte auf die Seiten gemeint. Ein fertiges Buch wie bei den heutigen Druckereien kam aber allein mit Gutenbergs Erfindung nicht hinten raus. Mit der neuen Technik entwickelt sich aber das Buchbindergewerbe, da Buchseiten nun in Auflagen, und nicht mehr nur einzeln hergestellt werden konnten. 

Und noch heute ist der Buchbinder ein wichtiger Beruf: in Bibliotheken und Archiven, als Restaurator, und beispielsweise in der modernen Serienfertigung, in Druckereien und Verlagen.

Die Ausbildung zur Buchbinder*in erfordert handwerkliche und künstlerische Fähigkeiten. Die Ausbildung trennt sich in drei Fachrichtungen: Buchfertigung (Serie), Druckweiterverarbeitung (Serie) sowie Einzel- und Sonderfertigung.

Für diese duale Berufsausbildung wird mindestens ein guter Mittlerer Schulabschluss/ Realschulabschluss empfohlen.

Weiterführende Informationen:

https://handwerk.de/berufsprofile/buchbinder-in

https://berufenet.arbeitsagentur.de/berufenet/bkb/90590.pdf