Suchtmittelkonsum junger Menschen: Weniger rauchen, mehr kiffen Cannabis
Neue Studienergebnisse zum Rauchverhalten, Alkohol- und Cannabiskonsum bei 12- bis 25-Jährigen in Deutschland

Gemeinsam mit der Drogenbeauftragten der Bundesregierung Daniela Ludwig hat die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) Anfang Juli 2020 die Ergebnisse der Repräsentativbefragung „Die Drogenaffinität Jugendlicher in der Bundesrepublik Deutschland 2019“ in Berlin vorgestellt.

Daniela Ludwig, Drogenbeauftragte der Bundesregierung, erklärt: „Die Zahlen beim Rauchen sind mehr als erfreulich. Sie sind ein Ergebnis jahrzehntelanger, gut gemachter Präventionsarbeit! Das belegt die aktuelle Drogenaffinitätsstudie eindeutig. Genau diesen Effekt müssen wir auch beim Cannabis erreichen. Die Zahlen beweisen, wie wichtig es ist, die Jugendlichen über die gesundheitlichen Risiken des Cannabiskonsums aufzuklären und ihnen klipp und klar zu machen, dass Kiffen nicht cool ist, sondern gesundheitsschädlich sein kann! Nicht umsonst haben wir daher eine neue Cannabisprävention gestartet. Den Startschuss machen die sozialen Medien, gefolgt von neuer bundesweiter Prävention mit dem Fokus auf Schule. Diese Prävention kommt genau zum richtigen Zeitpunkt!“

Die BZgA-Studienergebnisse belegen, dass die Raucherquote bei 12- bis 25-Jährigen auf dem niedrigsten Stand seit Beginn der Studiendurchführung in den 1970er-Jahren liegt. 85,1 Prozent der Jugendlichen geben an, in ihrem Leben noch nie geraucht zu haben.

Prof. Dr. med. Heidrun Thaiss, Leiterin der BZgA, betont: „Die neuen Daten zum Substanzkonsum junger Menschen zeigen insgesamt positive Entwicklungen. Der Anteil Jugendlicher zwischen 12 und 17 Jahren, die rauchen, ist mit 5,6 Prozent auf einem neuen, historisch niedrigen Stand – ebenso rauchen mit 21,2 Prozent der 18- bis 25-Jährigen so wenige wie nie zuvor seit Beginn der BZgA-Befragungsreihe. 

Besorgniserregend ist, dass nach wie vor insgesamt zu viele junge Menschen bis zum Alkoholrausch trinken. Das ist insbesondere im Jugendalter gefährlich. Hier ist verstärktes gemeinsames Präventionsengagement erforderlich. Beim Konsum von Cannabis ist erneut ein Anstieg zu beobachten. Das sehen wir mit Sorge. Cannabis ist die mit Abstand am meisten konsumierte illegale Substanz. Dies ist besonders bedenklich, da der Konsum im Jugendalter mit besonderen Risiken für den wachsenden Organismus verbunden ist.“