Zum Wirtschaftslehre-Unterricht ins Badische Landesmuseum
Studierende der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe entwickeln Lernspiele mit Bezug auf Museumsexponate

 

    „Eigentlich sind alle Gewinner“, erklärte Dr. Johannes Bernhardt vom Badischen Landesmuseum, als er am 29. Januar 2020 bekannt gab, dass „Economic Escape“ das Rennen um Platz eins gemacht hat. Zusammen mit seinen Kolleginnen Christiane Lindner und Doris Moyrer sowie Prof. Dr. Dr. h. c. Claudia Wiepcke von der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe hatte er vier ökonomische Lernspiele bewertet, die Lehramtsstudierende der bildungswissenschaftlichen Hochschule im Rahmen des Projektseminars „Ökonomische Bildung in Museen“ entwickelt haben. Alle Spiele richten sich an Schüler*innen und nehmen Bezug auf Ausstellungsobjekte im Badischen Landesmuseum. Die Studierenden stellten sie im museum X / Museum beim Markt vor.

    Das Escape Room-Spiel „Economic Escape“ nimmt die Abteilung Antike Kulturen digital und analog in den Fokus. Das Steinzeitstrategiespiel „Economia“ und das in der Römerzeit angesiedelte Brettspiel „Goldrausch“ beziehen sich auf Exponate der Abteilung Archäologie in Baden – Expothek1. Bei „RADvolution Baden“ nehmen die Spielenden das Thema Fortbewegungsmittel in der Abteilung Baden in Europa in den Blick. Zu den Bewertungskriterien für die unter Leitung von Prof. Wiepcke entwickelten Spieleprototypen zählte, ob sie die ökonomische Bildung fördern, ob Museumsexponate aktiv eingebunden sind, ob sie Spaß machen und spannend sind, wie sie gestaltet wurden und ob die Studierenden sie erfolgreich präsentieren konnten.

    „Economic Escape hat uns in allen Kategorien überzeugt“, bilanziert Dr. Bernhardt. Das Spiel basiert auf einer Website (http://lozira.de/EcoEsc/) beziehungsweise einem E-Book als Offline-Version. Es lässt die Spielenden in die Rolle von Schiffbrüchigen schlüpfen, die gemeinsam versuchen einen Weg nach Hause zu finden und dafür unterschiedliche Aufgaben meistern müssen. Die Abteilung Antike Kulturen wird hier zum Escape Room und die Schüler*innen lernen unter anderem spielerisch, wie sich das Geld entwickelt hat. Konzipiert und realisiert haben das Spiel die Lehramtsstudierenden Jonas Debatin, Denis Gromut, Joshua Hardock und Clarissa Meier.

    Intensiv mit Lerngegenständen auseinandersetzen

    „Durch die Spiele möchten wir Lehrkräfte regionaler Schulen motivieren, mit ihren Klassen ins Badische Landesmuseum zu gehen und dort Wirtschaftslehre-Unterricht durchzuführen“, sagt Prof. Dr. Dr. h. c. Claudia Wiepcke, Leiterin des Instituts für Ökonomie und ihre Didaktik der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe. „Im Projektseminar Ökonomische Bildung in Museen verbinden wir ökonomische mit kultureller Bildung und schaffen so neue medial-kommunikative Ansätze und Lernkontexte in der ökonomischen Bildung. Studierende sowie Schüler und Schülerinnen setzen sich sowohl mit Strukturen und Grundprinzipien der Wirtschaftswissenschaft als auch mit Kunst, Kultur, Geschichte und dem regionalen Kulturraum auseinander“, so die Wirtschaftsdidaktikerin. Schüler*innen der Karlsruher Ernst-Reuter-Schule hatten die Spiele eine Woche vor der Jurybewertung im Badischen Landesmuseum mit den Studierenden getestet und ihnen Feedback gegeben.

    „Das Lernen an realen Objekten im Museum hat den Vorteil, dass es sich durch intensive, sinnliche und kognitive Auseinandersetzung mit dem Lerngegenstand auszeichnet“, erläuterte Prof. Wiepcke. Und Dr. Bernhardt freute sich: „Es ist toll, wenn sich Studierende und Schülerinnen und Schüler mit unseren Exponaten beschäftigen.“

    Über die Pädagogische Hochschule Karlsruhe

    Als bildungswissenschaftliche Hochschule mit Promotions- und Habilitationsrecht forscht und lehrt die Pädagogische Hochschule Karlsruhe zu schulischen und außerschulischen Bildungsprozessen. Ihr unverwechselbares Profil prägen der Fokus auf MINT, mehrsprachliche Bildung und Heterogenität sowie eine aktive Lehr-Lern-Kultur. Das Studienangebot umfasst Lehramtsstudiengänge für Grundschule und Sekundarstufe I, Bachelor- und Masterstudiengänge für andere Bildungsfelder sowie professionelle Weiterbildungsangebote. Rund 180 in der Wissenschaft Tätige betreuen rund 3.600 Studierende. Weitere Infos auf https://www.ph-karlsruhe.de