Lernende wollen unterhalten werden
Qualität von Vorlesungen

"Warum Studierende seltener zu Vorlesungen und Seminaren gehen" - darüber sprach und diskutierte zum Ende des Sommersemesters 2019 Dr. René Bochmann, Lehrbeauftragter an der Professur für Pädagogische und Entwicklungspsychologie der TU Chemnitz. In einer Forschungsarbeit untersuchte Bochmann den Einsatz didaktischer Methoden, das Interaktionsverhalten von Dozierenden und Studierenden sowie die Wirksamkeit pädagogisch-psychologischer Beratungen von Lehrenden an deutschen Hochschulen. Ein Ergebnis: Insgesamt wünschen sich 65 Prozent der Befragten eine unterhaltsame Vorlesung.

Bei der Studie handelte es sich, wie es in einer Mitteilung der Universität heißt, um eine experimentelle Untersuchung mit Messung der Lehrqualität durch Fragebögen, videobasierte Verhaltensanalysen und studentischen Veranstaltungsbesuch. Die Vorlesung nehme im Durchschnitt 50 Prozent der angebotenen Lehrveranstaltungen in Bachelorstudiengängen ein. Diese würden wiederholt aufgrund der passiven Rolle des Studierenden sowie der einseitigen Kommunikationsform kritisiert und verzeichneten rückläufige Besuchszahlen. Daher untersuchte Bochmann ausschließlich das Lehrveranstaltungsformat der Vorlesung.

Die Ergebnisse zeigen laut Mitteilung der TU Chemnitz, dass Studierende Vorlesungen signifikant seltener besuchten und diese weniger zeitintensiv vorbereiteten als Seminare oder Übungen. Je höher die intrinsische Motivation, die Leistungsmotivation sowie die Lebenszufriedenheit der Studierenden sei, desto höher sei die Anwesenheit in Vorlesungen.

Die Studie hat konkret u.a. ergeben, dass Studierende, welche häufiger die Vorlesungen besuchten, bessere Noten erreichen. Zudem zeigte sich, dass je konzentrierter das Anwesenheitsverhalten war, desto besser war die Bewertung der Lehrqualität und desto mehr positive Merkmale äußerten Studierende an der Lehrveranstaltungsform Vorlesung. Die intensive Nutzung digitaler Medien durch Studierende war mit hoher Ablenkung während der Vorlesung verbunden.