Eltern

Eltern-Coaching via Livestream

Gute Resonanz auf digitalen Elternabend

Es ist der 6. März, ein Mittwochabend um 19 Uhr: An mehr als 1200 Rechnern verfolgen Eltern zuhause und im Klassenzimmer beim Elternabend bundesweit den Livestream unserer IfT-Eltern-Expertin und Referentin Anja Greis zum Thema „Eltern-Coaching: Das Kind auf dem Weg ins Berufsleben unterstützen“.

Die Themen des Abends reichen von der Qual der Wahl beim Thema Berufsfindung über Lernfrust, teils befremdliche Vorstellungen einer Karriere als Influencer*in bis hin zu klassischen Fragen rund um Ausbildung, (duales) Studium und der Möglichkeit mit Freiwilligendiensten die Zeit zwischen Schulabschluss und Aufnahme einer Ausbildung oder eines Studiums sinnvoll zu überbrücken.

Anja Greis hat für sämtliche Themen wertvolle Praxis-Tipps und viele von Elternseite gestellte Fragen werden von IfT-Mitarbeiterinnen bereits im Live-Chat beantwortet. Aber auch noch später bleibt Raum für Fragen aus dem Chat, die Anne Engell, IfT-Leiterin Kommunikation, zusammenfasst und Anja Greis dann live beantwortet.

Häufige Eltern-Sorgen beim Thema Berufsorientierung

Der Chatverlauf zeigt deutlich: Das Thema des Elternabends erreicht viele Mütter, Väter und wichtige Lebensbegleiter*innen der Kinder und bringt einige von ihnen auch dazu in der Anonymität des Chats von ihren eigenen Erfahrungen und Sorgen mit dem Nachwuchs zu berichten:

„Es ist alles Quatsch, was ich da lernen soll...das braucht kein Mensch..[...] die Lehrer mögen mich nicht, die haben auch keinen Bock auf Schule...das ist verschwendete Zeit, die ich da absitze [...]" wird im Chat der Nachwuchs zitiert. Ein anderer Elternteil berichtet:

„Oft kommt das Thema Jobsuche ja gar nicht auf. […] ich steige bei social-media ein und werde z.B: YouTuber und dazu benötige ich keinen Schulabschluss und bestimmte Noten."

Unserer Eltern-Expertin sind solche und ähnliche Äußerungen vertraut und sie weiß von der Überforderung vieler junger Menschen beim Thema Berufsorientierung. Das Überangebot an Möglichkeiten und die Vorstellung sich bei der Berufswahl möglicherweise für „ein Leben lang“ festzulegen, verunsichere viele Schüler*innen.

Kinder seien außerdem skeptisch, was die Einordnung ihrer Leistungen betrifft. Eltern sollten ihre Kinder daher unterstützen, ihnen die eigenen Stärken aufzeigen und ihnen vor allem Mut machen, so Anja Greis. Kinder, die dazu neigen schnell aufzugeben oder die meinen in Zeiten von Mangel an Bewerber*innen auf dem Arbeitsmarkt nicht mehr als zwei bis drei Bewerbungen schreiben zu müssen, sollten Eltern erklären, dass es eben manchmal auch mehr Einsatz braucht.

Ein „Sofa-Jahr“ nach der Schule ist keine Option!

Eltern, deren Kinder bereits kurz vor dem Schulabschluss noch immer ohne „berufliche Perspektive“ dastehen, rät Anja Greis gemeinsam mit dem Kind den Blick nach vorn zu richten. Es gebe immer wieder auch noch Ausbildungen für Spätentschlossene. Auch die Möglichkeit für ein Freiwilliges Soziales Jahr könne noch „last minute“ gesucht und gefunden werden. Nur: Es muss etwas passieren – denn erst mal längere Zeit nichts zu tun und auf „die Erleuchtung“ zu warten, kann verheerende  Folgen haben, warnt Anja Greis: „Es wird unterschätzt, was eine selbstgenommene Zeit des Leerlaufs mit dem Selbstwertgefühl machen kann.“ Die verständliche Verunsicherung über den eigenen „Marktwert“, die viele ja schon direkt nach dem Schulabschluss zeigten, werde nur weiter wachsen, wenn das Kind ein Jahr oder länger aus der Zeit des Lernens und Gefordert-Seins raus sei.

Berufsorientierung frühzeitig zu einer gemeinsamen Sache machen

Schon ab der 7. Klasse oder teils noch früher werden Kinder von den Schulen an das Thema Berufsorientierung mit unterschiedlichen Angeboten herangeführt. Eltern können diesen Prozess der Selbstfindung frühzeitig unterstützen, indem sie Interesse zeigen, beim Kind nachfragen, was am „Zukunftstag“ (Girls`Day / Boys`Day) beispielsweise besonders gefallen hat oder ob das Berufsinformationszentrum vielleicht nochmal zusammen besucht werden sollte.

Auch die Schule selbst kann weitere Angebote zur Unterstützung in der Berufsorientierung geben. Und zu guter Letzt spricht viel dafür, den Nachwuchs anzuregen, einfach auch mal direkt im Familien- oder Freundeskreis nach beruflichen Werdegängen zu fragen, um Ideen für den eigenen Berufsweg zu entwickeln.

"Vielen Dank für die guten Infos und fürs Mutmachen!"

Die große Resonanz auf das digitale Elterncoaching und das Feedback im Chat haben uns gezeigt, dass wir mit diesem Angebot richtig liegen: „Vielen herzlichen Dank für diesen sehr informativen und kurzweiligen Vortrag! Er hat mich sehr weitergebracht.“ oder "Ich fand es auch sehr informativ und bedanke mich für den Input zum Umdenken.“  sind Nachrichten, die uns erreicht haben. Und viele Eltern haben sich sogar direkt für  unseren Eltern-Newsletter angemeldet.

Nächster Elternabend im September

Wer dieses Mal nicht dabei sein konnte oder gerne noch einmal teilnehmen möchte: Am 18. September um 19 Uhr findet der nächste digitale Elternabend statt. IfT-Eltern-Expertin Anja Greis wird sich auch dann einerseits wieder den Besonderheiten von Ausbildung, (dualem) Studium und hilfreichen Anlaufstellen, wie der Agentur für Arbeit, Kammern und Verbänden widmen. Andererseits soll auch wieder viel Raum und Zeit für Elternfragen bleiben. Und dazu gehören auch der Umgang mit den emotionalen Herausforderungen der jungen Generation und die Selbstreflexion der Eltern. Denn es ist uns ein großes Anliegen, ihnen Mut zuzusprechen: Mut zu fordern. Mut Grenzen zu setzen. Und Mut Entscheidungen zu treffen.


Alle Elternangebote finden Mütter und Väter sowie weitere wichtige Lebensbegleiter*innen der jungen Menschen auf unserer Website im Menü "Angebote für Eltern".

 

 

14.03.2024

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