vocatium Ausbildungspreis
Arbeitgeberverband Flensburg-Schleswig-Eckernförde
Regionaler Schreibwettbewerb: "Warum ich meine Ausbildung liebe?" / 3.000 Euro Preisgeld
Gemeinsam mit dem Arbeitgeberverband Flensburg-Schleswig-Eckernförde schrieb das IfT Institut für Talententwicklung erneut den regionalen vocatium Ausbildungspreis aus. Das Motto: „Warum ich meine Ausbildung liebe?“.
Bis zum 31. März 2026 waren die Auszubildenden in der Region Flensburg-Schleswig-Eckernförde dazu aufgerufen, kurze Texte (Umfang ca. 1 DIN-A4-Seite) zu verfassen, in denen sie davon erzählen, warum sie sich für ihre Ausbildung bzw. das Berufsziel entschieden haben und was sie daran besonders lieben.
Die Sieger/innen wurden am 11. Juni feierlich in der Walzenmühle Flensburg geehrt. Das Preisgeld von 3.000 Euro wurde vom Arbeitgeberverband gesponsert.
Das sind die Sieger/innen des vocatium Ausbildungspreises Flensburg-Schleswig-Eckernförde 2026:
- 1. Platz: Merle Schmidt, Kauffrau in Groß- und Außenhandelsmanagement
MPF Medicalprodukte Vertrieb Flensburg GmbH, Wees
Preisgeld: 1500 €
- 2. Platz: Tim Ole Hansen, dualer Student Wirtschaftsingenieurwesen
FFG Flensburger Fahrzeugbau Gesellschaft mbH, Flensburg
Preisgeld: 1200 €
- 3. Platz: Paula Seeliger, Kauffrau für Büromanagement + duale Studentin Betriebswirtschaftslehre
Audi Zentrum Flensburg Vertriebs GmbH, Flensburg
Preisgeld: 750 €
- 3. Platz: Anton Castan, Industriemechaniker
Stadtwerke Flensburg GmbH, Flensburg
Preisgeld: 750 €
Viel Freude beim Lesen der Siegertexte!
Moin! Merle Schmidt von der Firma MPF, was kann ich für Sie tun? Ich? Ich bin Auszubildene als Kauffrau in Groß- und Außenhandelsmanagement. Aber – wenn ich fragen darf – wer sind Sie denn und was möchten Sie genau? Ah, Sie sind auf der Suche nach einem geeigneten Ausbildungsberuf? Nach dem perfekten Ausbildungsberuf für Ihre Interessen? Fragen Sie mich gerne alles, was Sie wissen möchten!
Ob mir meine Ausbildung gefällt? Ich glaube ich habe noch nichts bisher mit mehr Überzeugung gemacht! Und das überrascht mich selbst am meisten. Ich war erst sehr skeptisch, wenn ich ehrlich sein darf – Bürojob und dann auch noch mit Zahlen arbeiten… gääähhnnnn, in der Schule war Mathe nie mein Ding. Superlangweilig? Nein, eher das Gegenteil! Abläufe die einem im Alltag als selbstverständlich vorkommen – hier merkt man erst, wie tiefgründig sie doch sind, und wie viele Personen, Entscheidungen und Prozesse dahinterstecken!
Ja, ich darf schon vieles selbst machen – obwohl ich erst im August 2025 angefangen hab. Ich bekomme von meinen Vorgesetzten und Mitarbeitern sehr viel Vertrauen. Anfangs war das etwas überfordernd aber mit jeder Routine wuchs auch mein Selbstvertrauen und desto mehr konnte ich meinen eigenen Anteil zu den Abläufen beitragen.
Kontakt mit Herstellern, Reklamationen schreiben, Preise vergleichen, Lieferzeiten optimieren. Immer auf der Jagd nach den besten Konditionen, fast schon wie ein Boxring um die letzten verfügbaren Artikel, die sowohl Kunden als auch unser Vertrieb dringend brauchen. In jeder Abteilung lernt man regelmäßig etwas neues, sodass sich de Puzzleteile nach und nach zusammensetzen. Mitzubekommen wie die kleinsten Artikel vom Hersteller über uns bis hin zum Kunden mit so vielen Prozessen kommen, das ist einfach… Sie dürfen mich sehr gern aussprechen lassen. Aber ja, auch sowas lernt man hier. Telefonieren, Kommunikation, Umgang mit interessanten Kunden oder Lieferanten. Natürlich läuft nicht immer alles glatt aber, um es bildlich zu beschrieben, trägt jeder sein eigenes kleines Bügeleisen, um den Stoff jede Minute etwas faltenfreier zu bekommen. Die Teamarbeit wird hier ganz großgeschrieben – da ich schon lange einen Mannschaftssport betreibe kam mir das zum Vorteil. Doch auch, wer das vorher noch nicht kannte, findet schnell seinen Platz!
Ob ich mich hier menschlich wohlfühle? Ja, ich fühle mich sehr integriert. Ich bin nicht nur „die Azubine“, sondern bekomme eigene Aufgaben, eigene Gespräche und eigene Chancen meine Ergebnisse zu präsentieren. Natürlich, ab und zu mache ich noch Fehler – aber die gehören für bekanntlich dazu! Wichtig ist, dass ich hier lerne, wie ich diese Fehler wieder geradebiege.
„Wie die Praxisphase zum Genuss wird“
In der 12. Klasse habe ich eine Zusage für ein Duales Studium beim Zoll erhalten. Nach wie vor bin ich sehr froh, stattdessen mein Abitur gemacht zu haben. Während ich noch von einem Maschinenbau Studium träumte, wurde ich durch ein paar glückliche Umstände auf die FFG und den Dualen Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen aufmerksam. Klingt ja erstmal gut! Maschinenbau gemischt mit BWL? Großartig! Da hab ich Lust drauf! Relativ schnell musste ich mir allerdings anhören, dass der Wirtschaftsingenieur der „Ganzjahresreifen“ unter den Ingenieuren sei, kein richtiger Maschinenbauer, kein richtiger BWLer, kann alles aber nichts richtig. Dem würde ich gerne widersprechen.
In meinem Dualen Studium habe ich das große Glück aus beiden Welten zu lernen. Ich bin im Unternehmen sowohl in technisch geprägten Bereichen als auch in eher betriebswirtschaftlichen Gebieten unterwegs und habe so eine gute Übersicht. Durch das Rotationprinzip bei der FFG lerne ich außerdem vollständige Abläufe und Prozesse kennen. Ich durchlaufe nahezu alle Abteilungen der Firma und lerne so viel über die Prozesse, auch zwischen Abteilungen. Beispielsweise hatte ich das große Glück, ein, von mir in der Konstruktion entworfenes Bauteil, selbst fertigen und prüfen zu dürfen. Das macht Stolz! Am Ende tatsächlich genau das Stück in der Hand zu haben, welches man selbst entwickelt hat.
Wie im Dualen Studium üblich, ist auch meins geprägt durch die Abwechslung von Theorie und Praxis. Durch mein generelles technisches Interesse und einem anständigen Abi ohne große Probleme, dachte ich mir, ganz optimistisch: So schwer kann das ja nicht sein! Falsch gedacht würde ich sagen. Ich bin ehrlich, ich habe das (duale) Studieren maßlos unterschätzt. Mein Respekt vor allen Maschinenbauingenieuren ist auf jeden Fall gewaltig gestiegen. Das Duale Studium hat nämlich den Nachteil, eben durch den dualen Part, dass es wirklich stressig sein kann. Klar, man ist auch schneller fertig und sammelt schon erste Berufserfahrung, aber es gibt keine Semesterferien! Es wechseln sich also verschiedene Abteilungen und Theoriephasen ab, so dass man über die gesamte Zeit irgendwie doch nicht richtig ankommen kann. 10 Wochen sind eine (zum Glück) kurze Zeit, die wirklich wie im Fluge vergehen kann. Und das Studium ist wirklich schwer! Technische Mechanik, Thermodynamik, Hydrodynamik… So. Genug gemeckert. Das Schönste an meinem Beruf, ist vermutlich die Freiheit, die er mit sich bringt. Ich habe durch die Kombination aus beiden Welten nahezu unbegrenzte Möglichkeiten als was uns wie ich arbeiten möchte. Ist das nicht was? Mit einem Studium einen so breiten Bereich abzudecken, finde ich großartig. Ich habe die Basis um vom kaufmännischen Mitarbeiter zum technischen zu werden und andersherum. Warum nicht beides? Genau das ist was Spaß macht, das Bindeglied zu sein, viel Kontakt mit vielen verschiedenen Kollegen zu haben, die Schnittstelle zu geben, um am Ende das Problem zu lösen. Koordination, Zusammenarbeit und vielleicht auch ein bisschen einfach interessante Arbeit führen hier dazu, dass die Praxisphase zum Genuss wird. Es entsteht also ein interdisziplinärer Beruf, bei dem es die Stärke ist alles zu können aber nichts richtig. Und genau das ist ja das, was man dann richtig kann!
„Autohaus? Also verkaufst du Autos?“
Diese Frage bekomme ich ziemlich oft gestellt. Und ehrlich gesagt muss ich jedes Mal schmunzeln. Denn viele Menschen sehen nur das, was vorne im Showroom passiert: glänzende Autos, Beratungsgespräche und die feierliche Übergabe eines neuen Fahrzeugs. Was viele nicht sehen, ist das, was im Hintergrund geschieht. Und genau dort verbringe ich einen Großteil meiner Ausbildung.
Schon als junges Mädchen haben mich Autos fasziniert, deshalb war für mich früh klar, dass ich später in der Automobilbranche arbeiten werde. Heute studiere ich Betriebswirtschaftslehre und werde gleichzeitig zur Kauffrau für Büromanagement ausgebildet. Für mich bedeutet das: Ich lerne nicht nur aus Büchern, sondern direkt im echten Arbeitsalltag.
Montagmorgen, 04.03.2026: Ich sitze in der Buchhaltung. Vor mir liegen Rechnungen, Zahlungseingänge und Belege, die geprüft und verbucht werden müssen. Hinter jeder Zahl steckt dabei eine kleine Geschichte: ein verkauftes Auto, ein Ersatzteil oder eine Inspektion. Hier merke ich, wie wichtig Genauigkeit ist. Ein kleiner Fehler kann große Auswirkungen haben, deshalb ist Konzentration gefragt.
Vor fünf Wochen sah mein Alltag allerdings noch ganz anders aus. Im Verkauf durfte ich miterleben, wie viel mehr Verkäufer tun, als nur in ihrem Büro zu sitzen und auf Kundschaft zu warten. Fahrzeuge bei minus sechs Grad vom Schnee befreien, den Showroom wöchentlich umstellen oder noch schnell zur Zulassungsstelle fahren, damit der Kunde möglichst schnell sein neues Auto bekommt. Außerdem habe ich gelernt, wie unterschiedlich Menschen sein können, wenn es um Autos geht.
Jeder Verkäufer kennt die Situation: Ein Kunde kommt ins Autohaus und sagt direkt: „Ich schaue nur mal.“ Ein Satz, den man im Showroom unzählige Male hört. Wenige Minuten später steht er trotzdem interessiert neben einem Fahrzeug, stellt Fragen zur Ausstattung und überlegt laut, ob doch eine Probefahrt sinnvoll wäre. Letztendlich merkte ich: Hinter dem „Ich schaue nur mal“ steckt oft viel mehr Interesse, als man zuerst denkt.
Andere Kunden kommen dagegen mit einer klaren Vorstellung: Modell, Farbe, Ausstattung. Alles steht fest. Für mich ist es jedes Mal spannend zu beobachten, wie meine Kolleginnen und Kollegen auf diese unterschiedlichen Menschen eingehen. Sie hören zu, stellen Fragen und versuchen herauszufinden, was wirklich wichtig ist. Dabei lerne ich viel darüber, wie Kommunikation und Beratung im Berufsalltag funktionieren.
Gerade diese Einblicke in verschiedene Abteilungen machen meine Ausbildung so besonders. An einem Tag arbeite ich mit organisatorischen Abläufen im Hintergrund, an einem anderen Tag darf ich schon meine erste eigene Auslieferung bestreiten. Schritt für Schritt verstehe ich dadurch immer besser, wie ein Unternehmen wirklich funktioniert und wie viele Zahnräder ineinandergreifen müssen, damit am Ende alles läuft.
Auch mein duales Studium hilft mir dabei. Dinge, die ich in Vorlesungen über Wirtschaft oder Organisation lerne, sehe ich plötzlich im Arbeitsalltag wieder. Theorie und Praxis greifen ebenfalls ineinander und genau das macht das Lernen für mich so spannend.
Der wichtigste Grund, warum ich meine Ausbildung liebe, sind aber die Menschen im Unternehmen. Von Anfang an wurde ich im Team aufgenommen, bekomme Unterstützung, wenn ich Fragen habe, und gleichzeitig immer mehr Verantwortung übertragen.
Wenn mich heute also jemand fragt: „Autohaus? Also verkaufst du Autos?“ dann lautet meine Antwort:
Nicht nur.
Ich organisiere, berate, rechne, lerne und entdecke jeden Tag neue Seiten des Unternehmens.
Und genau deshalb liebe ich meine Ausbildung: weil ich jeden Tag sehe, wie aus vielen kleinen Zahnrädern ein großes System entsteht und ich selbst ein Teil davon bin.
Warum ich meine Ausbildung liebe
Schon eine gute halbe Stunde bearbeite ich das eingespannt Werkstück mit der Feile. Ich entferne die Grate, das Material soll winklig werden. Manchem mag das stupide vorkommen, mir macht das Spaß. Bei aller Konzentration auf meine Arbeit gehen meine Gedanken auf die Reise. Ich sehe mich vor vielen Jahren auf Sylt in der Werkstatt bei unserem Nachbarn stehen, während ich erste Versuche mit der Feile mache. Ich erinnere mich noch genau, wie stolz ich war, als ich das glänzende Ergebnis meiner Arbeit in den Händen hielt. Die Freude an der Arbeit mit Metall war geboren. Inzwischen 17 Jahre alt, war es für mich klar, dass nach erfolgreichem Abschluss der 10. Klasse nur die Ausbildung in einem Metallberuf in Frage kam. Da das Angebot auf Sylt in diesem Bereich sehr überschaubar war, folgte ich dem Tipp meines Vaters, mich in einem großen Betrieb in Flensburg zu bewerben. So kam ich zu den Stadtwerken Flensburg. Dass das eine gute Entscheidung war, merkte ich schon in meinen ersten Tagen als Industriemechaniker-Azubi. Die Stadtwerke Flensburg sind gut organisiert und strukturiert. Und ich lernte schnell, dass in diesem Betrieb der Mensch im Mittelpunkt steht. So kamen bei der Einführungswoche alle neuen Auszubildenden aus dem gewerblichen und kaufmännischen Bereich zusammen, um gemeinsam den Betrieb kennenzulernen. Bevor es mit der konkreten Ausbildung losging, konnte man schon einmal Kontakte mit den zukünftigen Kolleginnen und Kollegen knüpfen.
Dann wurde es ernst, jetzt konnte die Ausbildung so richtig losgehen. In der Ausbildungswerkstatt ging mir beim Kennenlernen der unterschiedlichen Techniken der Metallverarbeitung und der dazu benötigten Werkzeuge und Maschinen so richtig das Herz auf. Von Anfang an machten mir die ersten Ausbildungsschritte, das Feilen, Sägen und Bohren großen Spaß, erinnerte mich das doch an meine Kindertage. Später kam noch das Gewindeschneiden, Drehen und Fräsen dazu. Nach und nach wurde es dann komplexer, denn wir mussten nach genauen Vorgaben mit den verschiedenen Techniken Werkstücke fertigen. Jetzt erlebte ich wieder das freudige Gefühl, wenn man gleich das Gelernte umgesetzt hat und sein eigenes „Werk“ in den Händen hält. Dazu kommt noch die offene und freundliche Arbeitsatmosphäre mit meinen Azubi- Kollegen und den Meistern. In der Berufsschule lernen wir viel über die theoretischen Hintergründe. Natürlich macht die Praxis mehr Spaß als die Theorie, aber ohne Theorie geht es nicht und wenn man die Zusammenhänge verstanden hat, macht alles noch mehr Spaß. Unsere Meister in der Ausbildungswerkstatt ist immer ansprechbar und nehmen sich viel Zeit für uns. Schluss mit den Gedankenreisen! Inzwischen hat die Feile in meinen Händen ihre Aufgabe fast erledigt. Jetzt muss ich mich wieder ganz auf meine Arbeit konzentrieren. Das Werkstück soll ja schließlich den Vorgaben entsprechen. Und alles passt! Nicht nur an der Werkbank: Es war die beste Entscheidung meines Lebens. Jeden Tag etwas mit den Händen zu schaffen, das ist mein Ding! Die Ausbildung ist so, wie ich sie mir vorgestellt habe und die Entscheidung, zu den Stadtwerken Flensburg zu gehen, war goldrichtig. Die Stadtwerke Flensburg sind ein starkes Team und ich bin ein Teil dieses Teams.
Ich sehe sehr positiv in die Zukunft, weil wir als Industriemechaniker gute Berufsaussichten haben und in vielen Bereichen einsetzbar sind.
Das waren die Einsendevorgaben für 2026
- Text zum Thema "Warum ich meine Ausbildung liebe?"
- Umfang: 1 DIN-A4-Seite (max. 550 Wörter)
- Mitmachen konnten: Auszubildende und dual Studierende eines Ausbildungsbetriebes im Einzugsgebiet Flensburg-Schleswig-Eckernförde
- Einsendeschluss war der 31. März 2026
- Format: pdf-Datei
- Abgabe über Button “Jetzt Bewerbung einreichen”
Bewertungskriterien
- Kreativität/Originalität
- roter Faden
- Aussagekraft
Formelles
Mona Wittelmann
Projektleiterin vocatium Wettbewerbe
+49 40 226909812
Fenja Wegner
Projektmitarbeiterin vocatium Wettbewerbe
+49 69 95425517
Philipp Stintzing
Redaktionelle Leitung
+49 5527 8416764
ausbildungspreis@if-talent.de
sowie unsere Projektmitarbeiter/innen in Ihrer Region
Die Teilnehmenden am regionalen Schreibwettbewerb nahmen automatisch auch am bundesweiten vocatium Ausbildungspreis teil.
