vocatium Ausbildungspreis
Schreibwettbewerb für Auszubildende
Die Siegertexte stehen fest
"Warum ich meine Ausbildung liebe?"
Gerichtet an Ausbildungsbetriebe und ihre Azubis schreibt das IfT Institut für Talententwicklung jährlich einen vocatium Ausbildungspreis unter dem Motto „Warum ich meine Ausbildung liebe?“ aus.
Zum Einsendeschluss am 31. März 2026 haben uns 486 Texte erreicht. Wir sind überwältigt von der Vielzahl und Kreativität der Beiträge! Vielen Dank an alle Autorinnen und Autoren sowie Betriebe und Institutionen, die sich an unserem Wettbewerb beteiligt haben.
Jetzt hat die Jury entschieden.
Das sind die Sieger/innen des bundesweiten vocatium Ausbildungspreises 2026:
- 1. Platz: Lisa Wolf, Zimmerin
müllerblaustein HolzBauWerke, Blaustein (Baden-Württemberg)
Preisgeld: 1400 €
- 2. Platz: Neele Sachse, Winzerin im dualen Studium Weinbau und Oenologie
Weingut Baron Knyphausen, Eltville (Hessen)
Preisgeld: 1200 €
- 3. Platz: Ala Ibrahim, Pflegefachkraft
Sozialstiftung Bamberg (Bayern)
Preisgeld: 1000 €
- 4. Platz: Lara Maria Barbosa van Uem, Duales Studium Verwaltungswissenschaft
Landkreis Harburg, Winsen (Luhe) (Niedersachsen)
Preisgeld: 800 €
- 5. Platz: Muhammed Furkan Yigit, Immobilienkaufmann
Vivawest Wohnen GmbH, Gelsenkirchen (Nordrhein-Westfalen)
Preisgeld: 600 €
Viel Freude beim Lesen der Siegertexte!
„Ah du bist Zimmerer? Das ist ja cool. Ein Mädchen im Handwerk. Finde ich super! Respekt.“ Und dann geht es meistens los: „Also bist du Zimmerfrau? Oder heißt es dann Zimmermännin? Zimmermädchen? Zimmererin…? Zimmerer...wie? - Ja, wie sagt man denn eigentlich dazu? Was ist die weibliche Form von Zimmermann? Da bin ich jetzt aber gespannt.“ - So oder so ähnlich geht in der Regel jedes Gespräch los, wenn sich jemand mit mir über meinen Ausbildungsberuf unterhält.
„Höhenangst darf man dann aber auch keine haben, oder?“, geht es dann meistens weiter. Und da haben sie recht. Zumindest ein bisschen. In meiner Zimmerei werden u. a. mehrstöckige
Wohnhäuser gebaut. Natürlich größtenteils aus Holz – wir sind ja Zimmerer, also quasi Holzwürmer von Beruf. Für Häuser aus Beton oder Ziegelsteinen sind die Maurer die Spezialisten. Aber zurück zum Thema: Wenn bei unseren Holzhäusern am Ende der Bauphase das vierte Geschoss steht und man oben auf dem Dach herum springt, geht es an den Seiten schon ein gutes Stück herunter. Dafür gibt es nichts Schöneres, als den ganzen Tag oberhalb der Stadt zu stehen und über die vielen kleinen Häuser bis zur nächsten Ortschaft sehen zu können. Täglich mit so einem Ausblick arbeiten zu dürfen, ist schon etwas ganz Besonderes. Und immer ist man an der frischen Luft. Da sollte man besser wetterfest sein. Mit etwas Glück scheint die Sonne, aber wenn es hart auf hart kommt, kann so ein Dach auch einfrieren. Dann geht es für uns eben mit Schlittschuhen hoch. Moment mal … besser nicht, viel zu gefährlich. Für solche Tage gibt es immer genug Arbeiten im trockenen. Immerhin soll das Haus später bewohnt werden.
Eine der Arbeiten drinnen ist es, die Wände auszurichten. Oft fällt dabei der Satz: „Steht die Wand hier schon im Wasser?“ Eine Freundin schaute mich, als ich ihr einmal davon erzählte, sehr verwirrt an. „Möchte man nicht normalerweise ein trockenes Zuhause haben? Wieso muss denn jetzt die Wand ins Wasser?“ Da schmunzelte ich. „Ob eine Wand im Wasser steht...“, erklärte ich ihr, „hängt bei uns davon ab, ob die Wand gerade, also senkrecht steht oder nicht. Das überprüfen wir immer mit der Wasserwaage. Deshalb heißt es bei uns: ins Wasser stellen.“ „Ach so, na klar.“, sagte sie und wir mussten beide lachen.
In den kalten Monaten hatte ich als Azubi oft das Privileg, im warmen Klassenzimmer der Berufsschule zu sitzen, statt auf der Baustelle zu frieren. Das kann man jetzt so oder so sehen, aber mir macht die Berufsschule Spaß. Neben den theoretischen Grundlagen lernen wir dort auch viel über die Bearbeitung von Holz in der Praxis. Und das alles von Hand in der Werkstatt. Dort hat jeder seine eigene Werkbank und dann heißt es: Säge und Stemmeisen schnappen - und los geht’s, bis die Späne fallen. Abends fallen dann oft neugierige Blicke, wenn ich mit einer kleinen Holztreppe, Miniatur-Fachwerkwand oder dem Modell eines Dachs in den Zug nach Hause einsteige.
„Selbst gebaut?“, fragte mich einmal eine ältere Dame. „Das sieht mir noch nach wahrer Handwerkskunst aus! Mein Sohn war früher auch Zimmerer.“ Den Beruf hatte sie wohl an der
schwarzen Arbeitshose und den Holzspänen im Haar erkannt. „Ein Beruf mit Tradition. Als Frau im Holz-Handwerk, super! Wie sagt man doch gleich?“
„Zimmerin“, sagte ich und lächelte – nicht Zimmerfrau oder Zimmermädchen, einfach Zimmerin.
Wenn Du im Supermarkt vor dem Weinregal stehst, an was denkst du? Vielleicht welches Etikett du am schönsten findest, welcher Wein am besten schmecken könnte? Vor zwei Jahren waren genau das auch meine Gedanken - heute sehe ich 8000 Jahre Handwerkskunst, Teamarbeit, Leidenschaft, Qualitätsbewusstsein und Geschichten, die jede einzelne Flasche erzählt.
Ich habe mich für eine Ausbildung zur Winzerin im Rahmen des dualen Studiums für Weinbau und Önologie entschieden. Ein grüner Beruf mit einer Vielfalt, die weit über das „Grüne“ hinausgeht - und warum, dass zeige ich Dir, wenn Du mich für einen Tag zum Höhepunkt des Jahres, der Weinlese, begleitest.
Mein Tag beginnt mit einem idyllischen Sonnenaufgang im Weinberg, wo die Trauben per Hand oder mit der Maschine geerntet werden. Das ganze Jahr über begleite ich die Weinreben vom Austrieb der Knospen bis zur Reife der Trauben. Die Mischung aus gezielter Handarbeit und mechanischer Bearbeitung mit Traktoren setzen das entscheidende Qualitätslevel, denn es gibt einen wichtigen Grundsatz: egal, wie viel Mühe ich mir am Ende bei der Verarbeitung der Trauben gebe, die Qualität wird im Weinberg gemacht! Eng mit der Natur zusammenarbeiten, das Wetter im Blick haben und Verständnis für die Entwicklung der Trauben aufbauen - meine Verantwortung gegenüber der Umwelt. Den Weinbau zukunftsfähig zu gestalten und nachhaltige landwirtschaftliche Methoden zu entwickeln, lerne ich intensiv durch die Kombination mit dem Studium. Handwerk mit Wissenschaft zu verbinden ist super wichtig, um auf Veränderungen wie den Klimawandel zu reagieren.
Weiter gehts dann im Weinkeller, wo ich den Saft der Trauben mit viel Präzision und Geduld zum fertigen Wein begleite. Landen die geernteten Trauben am Weingut, werden sie nicht mittelalterlich mit den Füßen zerstampft. Das „Vinifizieren“, also die Weinbereitung in Form von Pressen, Vergären und Ausbauen von Wein, ist heutzutage ein hochmoderner Prozess mit neuester Technik. In Teamarbeit wird sich im Weinkeller um die Jungweine gekümmert, die alkoholische Gärung überwacht und ganz wichtig: es wird viel geputzt. Um ein qualitativ hochwertiges und hygienisches Endprodukt zu erhalten, nehme ich oft mehr als zweimal am Tag eine Bürste in die Hand.
Und weil der Wein seine Geschichte nicht allein erzählen kann, gehört es auch dazu, mein Produkt zu bewerben und wie heute in einer Weinprobe den Menschen von meiner Arbeit zu erzählen und nahezubringen, dass Wein mehr ist als ein Etikett im Supermarkt. Über Generationen hinweg wurde die Erfahrung der Weinherstellung weitergegeben und mit ihr großer kultureller Wert, der für Herkunft und regionale Identität steht. Wein ist nicht nur Alkohol, hinter jeder Flasche steht ein/e Winzer/in, ein Jahr mit immer neuen Herausforderungen und viel Liebe zum Handwerk.
Ein Tag in der Weinlese ist immer lang und anstrengend, aber am Ende werde ich mit etwas ganz Besonderem belohnt - mit Gemeinschaft. Bei gutem Essen mit einem guten Glas Wein wird mir ein entscheidender Punkt meiner Berufswahl nochmal deutlich bewusst: Wein bringt Menschen zusammen, man kommt ins Gespräch und trifft großartige Leute mit spannenden Perspektiven auf ein unfassbar vielseitiges Produkt.
Das war nur einer von vielen Tagen in der Arbeit als Winzerauszubildende. Morgen sieht mein Tag wieder ganz anders aus, und genau das ist das Aufregende daran. Die Weinbranche braucht dringend junge Leute, die ihr frischen Aufschwung und wieder die positive Aufmerksamkeit geben, die sie verdient.
Also, an was denkst du, wenn du das nächste Mal vor einem Weinregal im Supermarkt stehst?
Es passiert in einem Herzschlag.
Ein Knall. Reifen quietschen. Alles dreht sich, schrill, hektisch, laut.
Und dann: Stille.
Mein kleiner Bruder liegt auf der Straße. Die Welt hat den Atem angehalten. Ich stehe daneben,
jede Faser meines Körpers schreit, will laufen, will helfen und gleichzeitig ist alles eingefroren.
Meine Hände zittern, mein Herz hämmert wie wild, mein Kopf ist leer. Ich will tun, was richtig ist
aber was ist das? Wie reagiert man, wenn Sekunden entscheiden?
„Mach doch etwas!“ flüstert mein Verstand, während mein Körper wie gelähmt ist.
Dann Sirenen. Dann Menschen in Uniform. Ruhige Stimmen.
Klare Bewegungen. Sie sprechen miteinander, nicht
durcheinander. Jede Bewegung sitzt. Jeder Handgriff ein
Anker. Chaos wird zu Ordnung. Angst wird zu Sicherheit.
Ich sehe nicht nur, wie sie handeln. Ich sehe, wie Wissen Macht gibt. Wie Ruhe Stärke schafft. Wie Menschlichkeit Leben rettet.
Und plötzlich leise, wie ein Funke ein Gedanke: Ich will das auch können.
Ich will wissen, was zu tun ist, bevor Panik die Kontrolle übernimmt. Ich will nicht mehr ohnmächtig sein, wenn jemand meine Hilfe braucht. Ich will handeln. Sofort.
Mein Bruder überlebt. Ich atme, als hätte ich die Luft eines ganzen Lebens angehalten. Und doch bleibt die Erkenntnis: Dieses Gefühl der Hilflosigkeit darf nie wieder mich lähmen. Ich will vorbereitet sein. Ich will Menschen retten, bevor sie selbst wissen, dass sie Hilfe brauchen. Heute, während meiner Ausbildung zur Pflegefachkraft, erinnere ich mich an diesen Moment. Wenn ich Vitalzeichen messe, Medikamente vorbereite oder eine Hand halte, sehe ich vor meinem inneren Auge die Sirenen, die schnellen Hände, die ruhigen Stimmen. Ich höre den Herzschlag meines Bruders in mir nachklingen.
Pflege ist nicht nur ein Beruf. Pflege ist wie ein Tanz zwischen Wissen, Menschlichkeit und Verantwortung. Manchmal leise ein beruhigendes Wort, ein Händedruck. Manchmal schnell
Entscheidungen in Sekunden. Manchmal unsichtbar, aber immer wichtig.
Ich liebe meinen Beruf, weil ich nicht nur helfe, sondern weil ich aufmerksam bin. Weil ich lernen darf, wie kleine Handgriffe große Unterschiede machen. Weil ich in jeder Situation Ruhe bewahren
kann, selbst wenn die Welt plötzlich stillsteht.
Ja, es gibt Tage, die Kraft kosten. Tage, an denen nichts leicht ist. Aber genau diese Tage zeigen mir, warum ich hier bin. Dieser eine Moment auf der Straße hat mein Herz in einen Kompass verwandelt.
Mein Kurs: Menschen helfen, wenn sie mich am dringendsten brauchen.
Damals war ich das Mädchen, das nichts tun konnte. Heute bin ich jemand, der vorbereitet ist. Heute bin ich jemand, der handelt.
Und jedes Mal, wenn ich helfe, denke ich:
Genau deshalb.
Nicht wegen des Geldes, nicht wegen des Titels.
Sondern wegen dieser Sekunden, die alles verändert haben.
Mein Beruf ist meine Antwort auf einen Herzschlag, der alles in Bewegung setzte.
Und genau deshalb liebe ich ihn.
Sehr geehrte Leserinnen und Leser,
nach Prüfung des vorliegenden Lebenssachverhalts wird Folgendes festgestellt:
Die Antragstellerin wuchs in Brasilien auf. Dort gilt Musik als Grundnahrungsmittel und das Leben wartet nicht darauf, dass alles perfekt ist. Fußball wurde mit einem selbst gebastelten Sockenball („bola de meia“) gespielt. Da dieser der Antragstellerin gehörte, ergab sich ihre Teilnahme am Spiel aus sachlichen Gründen von selbst.
Die ursprüngliche Lebensplanung sah wahlweise eine Modelkarriere oder ein kleines Café an der Copacabana vor. Geplant waren Caipirinhas für Touristinnen und Touristen (nach damaligem Kenntnisstand eine sehr gute Erwachsenenlimonade), Sonnenuntergänge, Musik und Gespräche. Das Ziel: Menschen zusammenbringen.
Im Jahr 2005 erfolgte ein Zuständigkeitswechsel nach Deutschland. Mit 14 Jahren wurde festgestellt, dass das Jugendamt dauerhaft beteiligt sein würde. Der weitere Lebensweg führte über mehrere Stationen, darunter ein Heim und eine Wohngruppe. Interne Bezeichnung dieses Abschnitts: „Erwachsenwerden auf Umwegen“. Diese Formulierung wurde gewählt, da sie abenteuerlicher klingt als die tatsächliche Aktenlage.
Heute studiert die Antragstellerin Verwaltungswissenschaft. Ja, Verwaltung. Entgegen herrschender Meinung handelt es sich hierbei nicht ausschließlich um graue Flure, dicke Akten und Pflanzen mit begrenzter Überlebenschance - wobei diese Beschreibung unangenehm zutreffend sein kann. Die Antragstellerin berichtet von dem Gefühl, direkt von der Copacabana in eine Excel-Tabelle teleportiert worden zu sein. Ein Samba-Verbot konnte bislang nicht nachgewiesen werden, wird aber vermutet.
Die Antragstellerin ist in der wirtschaftlichen Jugendhilfe tätig. Dort erfüllen Zahlen keine dekorative Funktion, sondern entscheiden darüber, ob Hilfe zur Hilfe wird oder im Aktenordner endet. Die Tätigkeit erfolgt an der Schnittstelle zwischen Familien, Einrichtungen, freien Trägern, Sozialarbeit und Gesetz. Die Antragstellerin sitzt nicht im Wohnzimmer auf dem Sofa bei den Familien, sondern sorgt im Hintergrund dafür, dass die Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter diese Unterstützung überhaupt leisten können. In sportlicher Hinsicht ist die Antragstellerin nicht die Stürmerin, die das Tor schießt, sondern diejenige, die den entscheidenden Pass spielt. Unscheinbar, aber spielentscheidend.
Die Antragstellerin liest Paragraphen inzwischen wie andere Menschen ihre Horoskope. Nicht aus Glauben, sondern aus Erfahrung. Die §§ 27 bis 35a SGB VIII werden nicht mehr als Nummern wahrgenommen, sondern als Lebenslinien, Übergänge und Möglichkeiten. Dass sie eines Tages selbst an dem Schreibtisch sitzen würde, an dem Entscheidungen mitgetragen werden, hätte die Kleine in Flip-Flops für unrealistisch gehalten. Aus damaliger Sicht war ein Café an der Copacabana deutlich wahrscheinlicher.
Nach alledem wird festgestellt, dass Bürokratie solange belächelt wird, bis man sie benötigt. In diesem Moment verwandelt sich der Witz erfahrungsgemäß sehr schnell in einen Antrag.
Entscheidung
Der Lebensweg „Brasilianerin in der deutschen Verwaltung“ wird hiermit bewilligt. Lebenserfahrung, Kompetenz und innere Sonne überzeugen vollständig.
Rechtsbehelfsbelehrung
Gegen diesen Lebensweg ist kein Widerspruch möglich. Der Bescheid ist bestandskräftig.Abschließend wird darauf hingewiesen, dass das Jugendamt nicht die Copacabana ist. Es enthält weder Strand noch Kokosnüsse. Dennoch gelingt es der Antragstellerin ein kleines Stück Sonne zu verteilen und das ganz ohne Sand in den Schuhen.
Mit freundlichen Grüßen
Lara B.
Wohnen ist ein Grundbedürfnis.
Aber was bedeutet es, wenn dieses Grundbedürfnis dir verwehrt wird? Nicht weil du es dir nicht leisten kannst, sondern weil dein Name Muhammed lautet?
Ich weiß es. Ich habe es erlebt.
Aufgewachsen als Kind einer Gastarbeiterfamilie in der dritten Generation, habe ich früh gelernt, was es bedeutet, auf Merkmale reduziert zu werden, die man sich selbst nicht ausgesucht hat. In der Schule gemobbt, irgendwann einfach gegangen. Mit einem Abgangszeugnis in der Tasche und einem Knoten im Bauch, der sich über Jahre nicht löste. Jahrelang arbeitete ich im Vertrieb, funktionierte, verdiente Geld. Und wusste trotzdem tief in mir: Das ist nicht mein Weg.
Mit 23 holte ich meinen Realschulabschluss nach. Danach bewarb ich mich auf Stelle um Stelle und wurde abgelehnt. Immer wieder. Ich begann, an mir selbst zu zweifeln. Ich fragte mich: Liegt es an mir? Oder liegt es an meinem Namen?
Trotzdem gab ich nicht auf. Ich meldete mich an einer Schule an, um mein Abitur nachzuholen. Obwohl ich mich dort unwohl fühlte, obwohl es schwer war, obwohl niemand an mich glaubte. Genau am ersten Schultag klingelte mein Telefon. Eine Stimme auf der anderen Seite: es war die VIVAWEST. Ich hatte den Einstellungstest bestanden.
Ich dachte: Das kann kein Zufall sein.
VIVAWEST – viva kommt aus dem Lateinischen und bedeutet Leben. Und plötzlich ergab alles einen Sinn. Hier, in diesem Unternehmen, durfte ich mit 25 Jahren meine Ausbildung beginnen, während ringsum alle sagten, es sei zu spät. Zu alt. Zu viel Geschichte im Gepäck.
Aber genau diese Geschichte ist mein Antrieb.
Denn ich weiß jetzt, was diese Ausbildung wirklich bedeutet. Es geht nicht darum, teure Wohnungen zu kaufen und zu verkaufen. Es geht darum, Menschen ein Zuhause zu geben. Es geht darum, einer älteren Frau, die sich einsam fühlt, eine seniorengerechte, barrierefreie Wohnung zu zeigen und in ihren Augen zu sehen, wie Angst sich in Erleichterung verwandelt. Es geht darum, denjenigen eine Chance zu geben, die das System längst abgeschrieben hat.
So wie ich abgeschrieben wurde.
Ich liebe meine Ausbildung, weil ich in ihr die Möglichkeit sehe, etwas zu verändern. Die Immobilienbranche ist geprägt von struktureller Ungerechtigkeit. Das habe ich nicht nur gelesen, das habe ich gespürt, auf Wohnungsbesichtigungen, in Absagen, in Blicken. Aber genau deshalb bin ich jetzt hier. Um von innen heraus etwas zu bewegen. Um die Branche menschlicher, gerechter, herzlicher zu machen.
Und weil ich weiß, wie viel es bedeutet, eine Chance zu bekommen, möchte ich genau das weitergeben. An all jene, die keine Wohnung finden, weil ihr Name falsch klingt, weil ihr Pass das falsche Land zeigt, weil das System sie längst aufgegeben hat. An sie möchte ich glauben. Für sie möchte ich da sein.
Meine Nachricht an alle, die zweifeln: Nicht das Leben gibt dir eine Chance, sondern du schaffst sie dir selbst. Veränderung beginnt in dir. Egal ob du 25 bist oder 45. Ich bin der Beweis.
Das sind die Einsendevorgaben für 2027
- Text zum Thema "Warum ich meine Ausbildung liebe?"
- Umfang: ca. 1 DIN-A4-Seite (max. 350 – 550 Wörter)
- Einsendeschluss: 31. März 2027
- Format: pdf-Datei
- Jetzt Textbeitrag einreichen
Bewertungskriterien
- Kreativität/Originalität
- roter Faden
- Aussagekraft
Formelles
Mona Wittelmann
Projektleiterin vocatium Wettbewerbe
+49 40 226909812
Fenja Wegner
Projektmitarbeiterin vocatium Wettbewerbe
+49 69 95425517
Philipp Stintzing
Redaktionelle Leitung
+49 5527 8416764
ausbildungspreis@if-talent.de
sowie unsere Projektmitarbeiter/innen in Ihrer Region
Zusätzlich zum bundesweiten Wettbewerb sponsern Arbeitgeberverbände bzw. Unternehmerverbände regionale Ausbildungspreise:
