Der Bedarf an IT- und Informatikspezialisten hält langfristig an
Ergebnisse einer Arbeitsmarktstudie für die nächsten 20 Jahre

"Der Gesundheitssektor wird im Jahr 2040 die meisten Erwerbstätigen stellen und von Fachkräfteengpässen geprägt sein. Und Betriebe werden auch auf einem Arbeitsmarkt im Jahr 2040 händeringend nach Personen mit Spezialisten- und Expertentätigkeiten im IT- und Informatik-Bereich suchen", informiert das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in einer Pressemitteilung.

Das BIBB beruft sich auf Ergebnisse der 6. Welle der Qualifikations- und Berufsprojektionen, die unter gemeinsamer Leitung des Bundesinstituts für Berufsbildung und des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) sowie in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung (GWS) durchgeführt wurde. Die jetzt veröffentlichten Projektionen geben einen Überblick über die voraussichtliche Entwicklung des Arbeitsmarktes in Deutschland bis zum Jahr 2040.

"Die Folgen der Corona-Pandemie werden die Wirtschaftsleistung in Deutschland um etwa drei Jahre zurückwerfen", schätzt das BIBB weiter. Die Zahl der Erwerbslosen wird, trotz des momentanen Anstiegs, langfristig zurückgehen. Ein Grund hierfür sei das Ausscheiden der sogenannten „Babyboomer-Generation“ aus dem Erwerbsleben. Dies senkt die Zahl der Erwerbspersonen, erhöht aber zugleich deutlich die Zahl der von der Allgemeinheit zu versorgenden Personen.

Gesundheitssektor beschäftigt 2040 rund 7 Millionen Menschen

Der Wandel von der Produktions- zur Dienstleistungsgesellschaft setzt sich der Studie zufolge fort. So sorgt die Alterung der Bevölkerung dafür, dass die Branche „Gesundheits- und Sozialwesen“ mit rund 7 Millionen Personen im Jahr 2040 die mit Abstand meisten Erwerbstätigen stellen wird. Allein in den Jahren zwischen 2030 und 2040 ist hier mit einem zusätzlichen Bedarf von rund 500.000 Arbeitsplätzen zu rechnen. Aufgrund dessen werden die Fachkräfteengpässe in der „Gesundheits- und Krankenpflege“ sowie in der „Altenpflege“ auch weiterhin anhalten, weil die Arbeitsnachfrage das Angebot dauerhaft übersteigt.

Abnehmen wird hingegen bis zum Jahr 2040 die Zahl der Erwerbstätigen im „Verarbeitenden Gewerbe“ – und zwar in einer Größenordnung von rund 1,6 Millionen Personen. Hier wirkt sich die nachlassende Export-Dynamik sowie der Anpassungsdruck in Einzelbranchen, wie zum Beispiel der Automobilindustrie, nachhaltig aus. Obwohl dieser Bereich insgesamt schrumpft, wird es auch hier zu Fachkräfteengpässen kommen, da die Zahl der Erwerbspersonen aufgrund der demografischen Entwicklung überproportional zurückgeht und berufliche Anforderungen sich zudem verändern. So wird es für die Betriebe weiterhin schwierig bleiben, qualifiziertes Personal zum Beispiel in der „Mechatronik und Automatisierungstechnik“, in der „Energietechnik“ sowie in der „Klempnerei, Sanitär, Heizung, Klimatechnik“ zu finden.

Der Trend zur Höherqualifizierung wird etwa bis zum Jahr 2035 anhalten. Danach wird sich die Qualifikationsstruktur der Erwerbspersonen stabilisieren. Ab 2035 werden rund 41 % der Erwerbspersonen einen Berufsabschluss haben (2020: 45 %) und 28 % eine Aufstiegsfortbildung, einen Bachelorabschluss oder ein FH-Diplom (2020: 29 %). Der Anteil Geringqualifizierter sinkt bis zum Jahr 2040 auf 10 % (2020: 12 %), während der Anteil der Hochschulabsolvierenden (ohne Bachelorabschluss oder FH-Diplom) auf 21 % steigt (2020: 15 %).