Vielerorts fehlen noch Azubis
Bundesagentur für Arbeit: Schüler*innen weichen auf längeren Schulbesuch oder Studium aus

 

Seit Beginn der Corona-Pandemie werden deutlich weniger Ausbildungsplätze angeboten als zuvor. Das zeigen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit, die der SWR ausgewertet hat. Demnach meldeten Betriebe deutschlandweit von Oktober 2020 bis Ende April nur rund 430.000 Lehrstellen. Das sind etwa 60.000 weniger als im Vergleichszeitraum 2018/2019. Auch bei den Bewerbern ist ein Rückgang zu verzeichnen: von rund 418.000 auf 345.000 – das entspricht etwa 18 Prozent.

Besonders stark betroffen waren vor allem die Tourismusbranche und das Hotel- und Gaststättengewerbe. Doch auch große Berufsgruppen wie das Handwerk (v.a. die Lebensmittelproduktion), die Metallbranche und einige technische Berufe blieben nicht verschont.  Von der Entwicklung sind alle Bundesländer betroffen, allerdings unterschiedlich stark.

Die Gründe für die Rückgänge bei Ausbildungsstellen und Bewerbern sieht die Arbeitsagentur vor allem in der Corona-Krise. Viele junge Menschen seien verunsichert, weil persönliche Beratungsgespräche in der Pandemie schwieriger gewesen und beispielsweise Ausbildungsmessen ausgefallen seien. "Wir vermuten darüber hinaus, dass sich ein Teil der jungen Menschen in der aktuellen Situation vom dualen Ausbildungsmarkt zurückzieht und von vornherein auf Alternativen wie weiteren Schulbesuch oder gegebenenfalls ein Studium ausweicht", heißt es von der Bundesagentur für Arbeit.

 

Quelle: https://www.tagesschau.de/wirtschaft/azubimangel-ausbildungsmarkt-corona-101.html